Bauzins – Durchschnitt 1,91% für 15 Jahre Festzins

Bauzinsen - durchschnittlich 1,24% für 5 Jahre fest und 1,44% für 10 Jahre fest, 1,88% für 15 Jahre fest und 2,04% für 20 Jahre Die Höhe der Zinsen ist für viele Bauwillige das wichtigste Kriterium zum Abschluss eines Immobilienfinanzierungsdarlehens. Sie sollten natürlich möglichst niedrig sein, um die monatliche Darlehensbelastung zu reduzieren. Grundlegend orientieren sich die Bauzinsen an verschiedenen Faktoren. Dies sind zum einen die aktuellen Marktzinsen, die Zinssätze der Pfandbriefe und der langfristigen Bundesanleihen. Diese wiederum sind abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum, den Leitzinsen sowie der Höhe der Inflation.

Zusammenhänge

Weiterhin sind die Bauzinsen von der Geschäftspolitik der Banken abhängig, denn sie wollen an den Immobiliendarlehen verdienen. Vor allem Direktbanken können häufig niedrigere Zinssätze bieten, denn sie verzichten auf große Filialen und viele Mitarbeiter. Dafür müssen Antragsteller ihren Kredit aber auch selbst beantragen und sich um die gesamte Abwicklung kümmern. Um herauszufinden, welches Institut aktuell günstige Konditionen anbietet, lohnt sich ein Vergleich.

Hierbei wird deutlich, dass die Zinsunterschiede zum Teil bei mehr als einem Prozent liegen. Durch nur niedrige Bauzinsen lassen sich so ohne weiteres einige Tausend Euro einsparen.

Leider ist die Entwicklung der Immobilienpreise invers zu denen am Zinsmarkt, wie aus den von der Bundesbank 2018 veröffentlichten Daten (Indikatorensystem zum deutschen Wohnimmobilienmarkt) hervorgeht. Seit 2009 steigen die Preise für Wohneigentum in Deutschland stark an, Details liefert unser online Baukreditrechner.

Zusammenhang zwischen günstigen Bauzinsen und hohen Immobilienpreisen

Abb. 1: Entwicklung von Bauzinsen und Immobilienpreise. Quelle: Bundesbank.de

Begriff & Definition
Bauzinsen sind der Preis, den Bauherren regelmäßig an den Gläubiger eines geleisteten Darlehensbetrages zu Ihrer Immobilienfinanzierung zahlen. Die Zinsen sind wesentlich von den Pfandbriefzinsen und den Renditen langlaufender Bundesanleihen abhängig.

 

Aktuelle Bauzinsen Marktübersicht, mittlere Zinssätze

Bei den folgenden Zinssätzen handelt es sich um durchschnittliche Werte nach Angaben der Interhyp AG. Das Ihnen vom Baufinanzierer unterbreitete Angebot kann aufgrund Ihrer individuellen Situation (Höhe des Eigenkapitals, Bonität etc) davon abweichen.

mittlere Zinssätze [%]
Laufzeit [Jahre] 07.10.2018 01.08.2018 01.06.2018 01.01.2018
5 1,24 1,19 1,29 1,13
10 1,49 1,44 1,49 1,34
15 1,91 1,87 1,92 1,75
20 2,09 2,02 2,08 1,98

Um ihre Risiken bei der Vergabe von Darlehen einzuschränken, haben die Banken ein Scoring entwickelt, welches auch auf die Bauzinsen Einfluss nimmt. Menschen mit hohem Einkommen und hohen Sicherheiten müssen daher niedrigere Zinsen bezahlen als Darlehensnehmer, deren Einkommen eher niedrig sind. Auch die Absicherung des Darlehens spielt bei der Ermittlung der Zinskonditionen eine Rolle. Sofern das Darlehen über 60% des Hauswertes beträgt, liegt kein erstrangiges Darlehen vor und ein Aufschlag ist fällig. Besonders groß ist dieser Aufschlag, wenn der Wert des Hauses gleich dem Darlehensbetrag oder sogar größer ist. In diesen Fällen gehen die Banken ein großes Risiko ein und berechnen wiederum Zinsaufschläge. Kein Risiko gehen die Kreditinstitute dagegen mit Einlagen ein. Wenn Sie dafür ihren Kunden extrem niedrige Tagesgeldzinsen zahlen, haben sie doppelt gewonnen.

Noch sind die Bauzinsen historisch niedrig. Aber die Trendwende ist bereits im September 2016 erfolgt. Bereits 2019 wird es keine langfristige Immobilienfinanzierung unter 2,0% mehr geben. Deshalb lohnt es sich ganz besonders für Bauherren, die in naher Zukunft ein Bauvorhaben beginnen möchten und dazu eine Finanzierung benötigen, sich noch einen niedrigen Bauzins zu sichern. Dabei sollte der Zinssatz möglichst bis zum Ende der Kreditlaufzeit abgeschlossen werden. Und die Tilgung so hoch wie möglich ausfallen (s. Tilgungsrechner). Denn das spart echte Kosten. Unser Bauzins Vergleich ist tagesaktuell!

Entwicklung & Prognosen 2014 – 2018/2019

So selten wie nie zuvor konnten sich die angehenden Häuslebauer so freuen wie in den letzten drei Monaten. Die aktuellen Bauzinsen sind derzeit so tief in den Keller gesunken, dass ein noch längeres Abwarten absolute Spekulationen wären.
Die aktuellen Konditionen liegen bei den meisten Bausparkassen bei einer Festschreibung für fünf Jahre bei etwas über 1,29% effektiver Jahreszins und im Bereich von zehn Jahren Laufzeit bei 1,50% jährlichem Effektivzins. Somit werden die Baukosten für die gesamte Finanzierungszeit erheblich günstiger als beispielsweise noch vor 5 Jahren Jahre. In der Tabelle 1 sind Eckdaten der letzten Jahre angegeben.

Tab. 1: Entwicklung der Bauzinsen von 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 für Darlehen mit 5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre und 20 Jahre Laufzeit. Quelle: Interhyp.de

Laufzeit [Jahre] mittlere Zinssätze [%] mittlere Zinssätze [%] mittlere Zinssätze [%] mittlere Zinssätze [%] mittlere Zinssätze [%]
Stand 01.01.2014 Stand 01.01.2015 Stand 01.01.2016 Stand 01.01.2017 Stand 01.06.2018 (01.01.2018)
5 2,17 1,33 1,18 1,17 1,29 (1,17)
10 2,69 1,70 1,57 1,39 1,50 (1,35)
15 3,20 2,15 2,05 1,81 1,93 (1,75)
20 3,38 2,35 2,28 2,01 2,08 (2,02)

Die Tiefstzinsen wurden in 2016 erreicht. Aktuell gehen fast alle Prognosen der Anbieter und Analysten von steigenden Zinsen in 2018 und 2019 aus, so z. B. die Deutsche Bank und die Experten der Interhyp.

Somit lohnt sich zum derzeitigen Zeitpunkt die klassische Baufinanzierung über das Annuitätendarlehen oder das Amortisationsdarlehen, um auf diese Weise die größtmögliche langfristige Zinsbindung zu erhalten.
Der niedrige Bauzins hat für den Häuslebauer noch eine weitere Möglichkeit der Einsparung: er kann mit dem Kreditgeber einen höheren Zinssatz zur Tilgung vereinbaren, damit er schneller mit der gesamten Finanzierung fertig ist. Wer sich bereits in der Rückzahlungsphase befindet, kann mit einem eventuellen Anschlussdarlehen den Gesamtpreis seiner Immobilie erheblich senken.

Vergleich – immer sinnvoll um die attraktivsten Marktkonditionen zu finden

Ein Vergleich der Zinsen lohnt sich für den zukünftigen Besitzer einer Immobilie auf alle Fälle, da er unter Umständen einen nicht unerheblichen Geldbetrag der gesamten Kosten einsparen kann. Auch sollte er bei der Festschreibung genau vergleichen. Nimmt er die längere Variante und hat dadurch nur einen festen Bauzins? Oder vertraut der Bauherr darauf, dass die Zinsen in fünf Jahren ungefähr auf dem gleichen Stand sind wie im letzten Jahr. Auch bei diesem Vergleich kann er mit der kurzen Laufzeit erhebliche Kosten einsparen, falls die Berechnung wirklich stimmt. Geht der Bauzins allerdings stark nach oben, so wird seine Immobilie erheblich teurer.

Statistik

Die Statistik im Bereich der Bauzinsen belegt seit Januar 1990 erhebliche Schwankungen. Im Bereich der Zinsbindung für 10 Jahre, da in den letzten rund zwanzig Jahren die Zinsbindung meistens auf zehn Jahre festgeschrieben wurde, zeigt der Zinsverlauf so manch erhebliche Berg- und Talfahrten. Lag der Bauzins im Januar 1990 noch bei 7,5 %, so stieg er im März 1990 auf den Rekordwert von 9,5 %. Bis Anfang 1994 fielen die Zinsen bis auf 6,3 %, um bis Januar 1995 wieder auf 7,8 % zu steigen. Bis zum Anfang 1999 fielen die Zinsen dann kontinuierlich auf 4,2 %, um im Januar 2000 wieder auf 6 % anzusteigen. Seit der Zeit fiel der Bauzins von 2009 mit 3,2 % auf das Allzeittief im August 2016 mit 0,98% (5 Jahre Laufzeit) bzw. 1,14% (10 Jahre Laufzeit. Der Trend zeigt für 2018 und 2019 leider wieder einen tendenziellen Anstieg.

Die günstigsten Bauzinsen nutzbar machen

Der optimale Weg zum eigenen Heim zeigt sich dann, wenn man für seine Baufinanzierung nicht mehr Geld als für die Miete einer vergleichbaren Wohnung zahlen muss. Dann hat man während der Tilgungsphase de facto nur die Betriebskosten für das Haus zusätzlich zu tragen. Und dass lässt sich bei den aktuellen Konditionen für Darlehen zum Hauskauf durchaus ohne großen Aufwand realisieren.

Das beweist ein Kreditvergleich für eine Baufinanzierung in Höhe von 100.000 Euro. Bei einem 80-prozentigen Anteil am ermittelten Verkehrswert, einer Laufzeit von zehn Jahren und einer Tilgungsrate von zwei Prozent geht der Kreditkunde schon mit einer monatlichen Belastung von rund 422 Euro durchs Ziel. Für dieses Darlehen wird von der 1822direkt ein Zinssatz von 3,07 Prozent pro Jahr angezogen. DIE SGK Bank und die BB Bank platzieren sich mit 3,09 Prozent nur knapp dahinter, während die HypoVereinsbank mit 3,22 Prozent schon ein Stück Distanz zeigt.

Doch es geht auch noch günstiger, wenn man nicht nur die klassische Hypothekendarlehen und Banken, sondern die Darlehen von allen möglichen Anbietern mit einbezieht. Bei gleichen Bedingungen wäre die Baufinanzierung oder das Darlehen für den Hauskauf von der Adecco AG bereits mit einem Zinssatz von 2,85 Prozent zu bekommen. Reduziert sich die Quote beim Beleihungssatz auf 60 Prozent, gibt es den Kredit beim gleichen Anbieter bereits ab 2,7 Prozent, was die monatlich zu tragende Rate auf unter 400 Euro drücken würde.

Derzeit ist hier der Trend zu beobachten, dass sich eine Erhöhung des Tilgungsanteils kaum auf die Höhe der Zinsen auswirkt. Anders schaut es bei der Laufzeit aus. Eine Verkürzung der Laufzeit auf fünf Jahre bringt bei gleichen sonstigen Bedingungen eine Zinsersparnis von etwa einem halben Prozent. Diese Tendenz zieht sich quer durch alle Anbieter und ist auch bei höheren Kreditsummen von bis zu 300.000 Euro und niedrigeren Summen bis 50.000 Euro konstant.

News

Bundesbank – die Bundesbank sieht in den Großstädten Preisübertreibungen von 15% – 30% bei Wohnimmobilien in 2017.
„Insgesamt übertraf die erhöhte Preisdynamik bei Wohnimmobilien wohl auch im vergangenen Jahr diejenige Rate, die durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt wäre. Die Preisübertreibungen in den Städten insgesamt
betrugen gemäß aktuellen Schätzergebnissen im Jahr 2017 zwischen 15% und 30%.“ Und das, obwohl „Von den anders als in den Vorjahren nicht weiter sinkenden Zinsen ging im vergangenen Jahr kein zusätzlicher Nachfrageschub aus.“

Wiki & Wissen

Tipps für einen günstigen Hauskauf: Kosten runter
Der deutsche Immobilienmarkt ist, was die Preisentwicklung betrifft, seit rund 10 Jahren wieder im Aufwind. Das ist kein Wunder denn für viele ist das Betongold eine der letzten sicheren Bastionen im Fall einer Währungskrise. Das eigene Haus ist eine sehr gute Geldanlage. Dazu kommt, dass die Finanzierung für einen Neubau oder Hauskauf so günstig ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Zinsen für die Baufinanzierung liegen für 10jähriges Baugeld deutlich unter 2%. Das sind historisch günstige Immobilienzinsen.
Doch es gibt beim Kauf eines Hauses weitere Möglichkeiten Geld zu sparen. In diesem Wiki geben wir Ihnen einen Überblick über die vielen Möglichkeiten, ein Haus zu einem günstigen Preis zu kaufen. Egal ob die Immobilie von einem Bauträger gekauft wird, oder ob es sich um ein Fertighaus handelt.
Auch der Staat hilft seinen Bürgern, Wohneigentum zu schaffen. Das Stichwort hierzu heißt „Wohn-Riester“. Der Staat fördert mit diesem Programm den Neubau eines Hauses oder auch den Erwerb einer gebrauchten Immobilie.
Auch über den Bau eines energieeffizienten Hauses kann heute Geld gespart werden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kfz) vergibt günstige Baukredite, wenn das neue Haus als KfW-Effizienzhaus 70, 55 oder 40 hergestellt wurde, oder wenn ein solches Haus gekauft wird.
Wer ein Haus kaufen möchte, steht zunächst vor der Frage selber bauen, oder ein bereits fertiges Haus erwerben. Bei dem überwiegenden Teil der Hauskäufe handelt es sich um gebrauchte Immobilien. Beide Arten, zum Wohneigentum zu kommen haben Vorteile und Nachteile.
Im urbanen Bereich ist es oft gar nicht möglich, einen Neubau zu errichten. Hier kann der Hauskäufer oftmals nur eine Bestandsimmobilie erwerben. Dabei gilt für den Preis fast immer: Die Lage gibt den Ausschlag.
Neubauten kommen immer dann infrage, wenn Bauland erworben werden kann, oder die zuständige Verwaltung zumindest einen B-Plan (Bebauungsplan) für das Gebiet erarbeitet hat.
Der Vorteil eines Neubaus gegenüber einem Altbau liegt in erster Line in der Umsetzung der eigenen Gestaltungsvorstellungen. Dabei gewinnen, neben dem Raumkonzept auch die Verwendung neuer Baumaterialien zunehmend an Bedeutung. Hier sind beispielsweise energiesparende Dämmungen und Heizsysteme zu nennen, die in einen Neubau unkompliziert und preiswert integriert werden können. Im Vergleich dazu sind energetisch hochwertige Sanierungen von Bestandsimmobilien relativ teuer.

Staatliche Immobilienförderung: Wohn-Riester

Tipps zum Begriff Wohn Riester

Seit 2008 ist das Eigenheimrentengesetz in Kraft, mit dessen Hilfe Immobilien, die selbst genutzt werden, auch in die staatlich geförderte einbezogen werden können. Mit dem sogenannten „Wohn-Riester“ kann so der Bau eines Eigenheims oder der Erwerb einer Immobilie staatlich gefördert werden.

Das Wohn-Riester besteht, wie alle Bausparverträge, aus einer Kombination von Sparvertrag und Darlehensoption. Hierbei spart der Kunde jedoch seinen Beitrag samt Zulagen an. Dadurch wird das mietfreie Wohnen als Baustein der privaten Altersvorsorge vom Staat unterstützt. Bisher wird diese staatliche Förderung jedoch eher wenig genutzt. Dies liegt zum einen in dem Besteuerungssystem des Riester-Wohnens im Ruhestand. Denn ab Rentenantritt müssen Wohn-Riester-Guthaben versteuert werden.

Zudem bieten bislang nur wenige Institute überregional diese geförderten Darlehen an. Laut Experten ist die Eigenheimrente jedoch besonders für Sparer eine interessante Möglichkeit, das Darlehen mithilfe von staatlicher Unterstützung zu tilgen. Vor Abschluss eines Vertrages sollten jedoch geförderte sowie herkömmliche Finanzierungsmodelle umfassend miteinander verglichen werden.

Der Riester-Kredit

Sparer, die bereits im Besitz von Riester-Verträgen sind, dürfen hierbei das gesamte angesparte Kapital für den Bau oder den Kauf einer Immobilie einsetzen. Zudem sind auch Teilentnahmen bis zu 75 Prozent möglich. Wer noch nicht riestert, kann spezielle Wohn-Riester-Produkte wie beispielsweise Riester-Bausparverträge oder Riester-Immobiliendarlehen erhalten. Hierbei tragen die von der Steuer begünstigten Beiträge und Zulagen zu der Tilgung des Darlehens bei. Dies mindert die Zinsbelastung, der Kunde kann schneller schuldenfrei werden.

Hierbei muss der Sparer den Riester-Kredit bis zu seinem 68. Geburtstag getilgt haben. Jeder Sparer, welcher beispielsweise vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens für seine Altersvorsorge spart, erhält 154 Euro als Grundzulage. Hinzu kommen Kinderzulagen ab 185 Euro pro Kind. Die Förderung gilt jedoch nur für ein Produkt. Wer bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt für diesen keine weitere Förderung. Da eine Kündigung jedoch mit hohen Kosten verbunden ist, raten Experten hiervon eher ab.
Die Aufwendungen für das Wohn-Riester können als Sonderausgaben am Jahresende steuerlich abgesetzt werden. Dies ist bis zu einem Betrag von 2.100 Euro (inklusive Zulagen) möglich.
Allerdings kann das gesparte Riester-Kapital erst seit 2010 in die Finanzierung mit eingebracht werden. Dies betrifft also nicht Riester-Vermögen, welches vor diesem Zeitraum angespart wurde.

Für wen gilt das Eigenheimrentengesetz

Generell können alle Bürger Wohn-Riester beantragen. Voraussetzung ist die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch Beamte sowie Empfänger von Amtsbezügen sowie Kindererziehende können von diesen Leistungen profitieren. Ausgeschlossen hingegen sind Selbstständige sowie Personen, welche über ein berufsständisches Versorgungswerk für ihr Alter vorsorgen. Allerdings können diese über den Ehepartner ebenfalls in den Wohn-Riester einsteigen.

Förderungsfähig sind sämtliche Immobilien-Neubauten sowie der Erwerb von Gebrauchtimmobilien. Dies umfasst auch Genossenschaftswohnungen. Hierbei muss die Immobilie übrigens nicht zwingend in Deutschland liegen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Sparer im Ausland seinen Lebensmittelpunkt hat und weiterhin in die deutsche Rentenversicherung einzahlt. Allerdings gibt es auch Grenzen hinsichtlich der Fördermöglichkeiten. Der altersgerechte Umbau des Hauses wird beispielsweise nicht gefördert, ebenso wenig wie Modernisierungen, Energiesparmaßnahmen und Sanierungen. Auch ein Zweitfamilienhaus wird nur teilweise gefördert.

Die Wohn-Riester-Bestimmungen sind komplex

Daher sollten Steuerberater oder Finanzierungsexperten zurate gezogen werden. Das Wohn-Riester besteht, wie alle Bausparverträge, aus einer Kombination von Sparvertrag und Darlehensoption. Hierbei spart der Kunde jedoch seinen Beitrag samt Zulagen an. Die Förderung gilt jedoch nur für ein Produkt. Wer bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt für diesen keine weitere Förderung. Da eine Kündigung jedoch mit hohen Kosten verbunden ist, raten Experten hiervon eher ab. Auch greift die Kapitalerhaltungsgarantie erst zu Rentenbeginn. Zudem muss auch lange vor Rentenantritt bedacht werden, dass die im Alter zu erwartende Steuerlast abhängig von den persönlichen Einnahmen ist. Und je höher die Beträge des Wohnförderkontos ausfallen, desto höher gestaltet sich auch die Steuerlast.

KfW-Förderung

KfW Förderung Energieeffizient Bauen
Der Bund hat ein besonderes Förderprogramm für Bauvorhaben mit einem besonders geringen Energiebedarf aufgelegt. Das Programm ist gegliedert in drei Stufen Effizienzhaus 70 – 55 – 40. Die Förderung ist ein Darlehen mit besonders günstigen Zinsen, die derzeitig bei einem effektiven Jahreszins ab 2,07 % liegen.

Was verbirgt sich hinter der Effizienzklasse
Ein Effizienthaus 70 darf maximal nur 70% der Jahresenergiebedarfsmenge verbrauchen, wie ein vergleichbarer Wohnraum ohne Energieeinsparungsmaßnahmen, wie z. B. dickeren Außenwänden, besser isolierten Fenstern oder Eingangstüren und verbesserter Dachisolierung. Die gleiche Berechnungsgrundlage existiert auch bei den Förderprogramm Effizienthaus 55 und Effizienthaus 40.

Wer kann dieses Programm in Anspruch nehmen

Jeder Bauherr/frau, der ein neues Haus baut oder ein Haus oder Eigentumswohnung mit der Effizienzklasse 70 – 55 oder 40 erwirbt, hat die Möglichkeit ein Darlehen bei der KfW des jeweiligen Bundeslandes zu beantragen.

Wie wird ein Darlehen beantragt
Die ausgefüllten Anträge sind über die finanzierende Hausbank bei der KfW – Bank einzureichen. Dem Antrag ist ein Gutachten eines zugelassenen Effizientsachverständigen hinzuzufügen. Der Antrag muss vor Beginn der baulichen Maßnahme und bevor die Immobilie gekauft wird eingereicht werden ansonsten wird kein Darlehen gewährt.
Keine Berücksichtigung der Darlehensvergabe erfolgt bei Umschuldung von vorhandenen Darlehen, Nachfinanzierungen bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben und beim Bau von Ferien- oder Wochenendhäusern.

Finanzierungs-Darlehen

Bis zu einer Summe von 50.000,– € pro Wohneinheit ist es möglich, ein Darlehen bei der KfW-Bank zu beantragen. Es bedeutet z. B. eine Familie baut ein Eigenheim mit einer Einliegerwohnung für Oma und Opa, dann könnte ein Darlehen in Höhe von 100.000 € beantragt werden. Dies würde natürlich auch gelten, wenn ein Bauherr/frau ein Mietshaus mit vier Wohneinheiten errichten möchte, dann könnte ein Darlehen von bis zu 200.000 € beantragt werden.

Darlehenslaufzeiten
Die Darlehenslaufzeiten können variabel abgeschlossen werden. Das heißt der Antragsteller/in hat die Möglichkeit zu wählen zwischen 8 – 10 – 20 und 30 jähriger Darlehenslaufzeit. Die Zinsen sind aber nur bis zu 10 Jahren festgeschrieben. Dies wiederum ist ein Nachteil, wenn man bedenkt, dass wir derzeitig eine besonders niedrige Zinsperiode haben und nicht davon auszugehen ist, dass die Zinsen sich noch weiter senken werden.

Tilgung des Darlehens

Bei einem genehmigten Darlehen mit einer Laufzeit von 8 Jahren hat der Antragsteller die Möglichkeit einer tilgungsfreien Zeit von 8 Jahren, wobei aber die angefallenen Zinsen für das Darlehen zu zahlen sind und das Darlehen nach Ablauf von 8 Jahren in einer Summe gezahlt werden muss. Dies wiederum könnte sich als Nachteil erweisen, wenn die fällige Darlehenssumme nicht gezahlt werden kann.

Bei einer Darlehenslaufzeit von 10 Jahren bekommt der Darlehensnehmer/in eine tilgungsfreie Zeit von 2 Jahren, bei 20 Jahren von 3 Jahren und bei 30 Jahren von 5 Jahren.
Eine zwischenzeitliche Sondertilgung ab 1.000 € oder die Tilgung des kompletten Darlehens vor Ablauf bleibt dem Darlehensnehmer/in frei. Diese frühzeitige Tilgung würde aber bei dem niedrigen Zinssatz keinen Sinn machen, da das Geld besser angelegt mehr erwirtschaften könnte, als das Darlehen zurückzuführen.

Tilgungszuschuss

Der Bund gewährt dem Darlehensnehmer/in einen Tilgungszuschuss in unterschiedlicher prozentualer Höhe je Darlehenssumme und Effizienzklasse. Der Tilgungszuschuss wird nicht bar ausgezahlt und auch nicht auf das Girokonto überwiesen, sondern als Gutschrift vom Darlehen abgezogen.

Bei einer Effizienthaus 70 erhält der Darlehensnehmer/in keinen Tilgungszuschuss, bei Effizienthaus 55 erteilt die KfW einen 5-%-Zuschuss auf die Darlehenssumme und bei einem Effizienthaus 40 kommt der Darlehensnehmer/in den Genuss von einer Gutschrift von 10%.

Nachweis über die Verwendung

Innerhalb von 9 Monaten nach Auszahlung des Darlehens ist der Darlehensnehmer/in verpflichtet, über die finanzierende Hausbank, den Verwendungsnachweis bei der KfW-Bank zu erbringen. Somit wird gewährleistet, dass das Darlehen auch tatsächlich für Maßnahmen der Einsparung zum Energiebedarf des Wohnraumes verwendet wurde.

Baufinanzierungen nur mit dinglichen Sicherheiten

Bei einer Baufinanzierung dient grundsätzlich das zu finanzierende Objekt als Sicherheit. In diesem Fall wird für die Bank eine Hypothek oder, heute eigentlich Standard, eine Grundschuld in Abteilung II des Grundbuchs eingetragen. Während die Hypothek (s. auch Hypothekenrechner)theoretisch mit jeder Tilgungsleistung im Grundbuch reduziert werden müsste, ist die Grundschuld abstrakt. Das heißt, dass der ursprüngliche Betrag bis zu Löschung der Grundschuld in den Akten bestehen bleibt. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber nicht, dass die Bank beim Ausbleiben der vorletzten Rate des Darlehens Zugriff auf die gesamte eingetragene Darlehenshöhe hat. Faktisch reduziert sich der Anspruch des Institutes analog zum Tilgungsplan.

Die Finanzierung optimieren

Das Baudarlehen jetzt schon in Anspruch zu nehmen, ist auf zwei Arten möglich. Bei der einen Variante zahlt man lediglich die Bereitstellungszinsen, die bei den meisten Banken im Null-Komma-Bereich liegen. Durch die günstigeren Bauzinsen lässt sich häufig ein Vielfaches der dafür aufgewendeten Summe an Einsparungen erzielen. Die zweite Variante wäre ein Forwarddarlehen, also eine Option auf einen späteren Kredit zu festgeschriebenen Konditionen. Wenn Sie für Ihr Bauvorhaben neben unserem Baufinanzierungs Rechner weitere  Informationen zur Kalkulation benötigen, finden Sie diese über unseren Immobilienrechner.

Anbieter

Die folgenden Banken oder Kreditinstitute bieten Baufinanzierungen an. Die Liste stellt eine Auswahl dar, beinhaltet aber die größten Anbieter.

Axa DTW PSD Nord
Baufi Direkt Enderlein PSD Nieder­bayern-Oberpfalz
Baugeld Spezialisten Fiba Immohyp PSD Nürnberg
BBBank Freie Finanzierer München PSD Rhein-Ruhr
Comdirect Bank Geld & Plan Santander Bank
Commerzbank Gladbacher Bank Santander Direkt Bank
Competence Hamburger Volks­bank Signal Iduna
CosmosDirekt Hamburger Sparkasse Sparda Baden-Württem­berg
Creditfair Haus & Wohnen Sparda Hamburg
Creditweb Hypofact Sparda Hessen
Debeka Hypo­ver­eins­bank Sparda West
Degussa ING-Diba Sparkasse Leipzig
Deutsche Bank Interhyp Stadtsparkasse München
DEVK Planethyp Targobank
Dr. Klein Postbank Volkswagen Bank

Literatur

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz – Kapitalanlage-Rechnungslegungs- und -Bewertungsverordnung – KARBV

Frankfurter Sparkasse

KfW-Wohneigentumsprogramm

Verbraucherzentrale Bundesverbands: Bauförderer

 

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#bauzinsen

News

09.07.2018
Weiterer Preisanstieg bei Wohngebäuden laut den Angaben des Statistischen Bundesamtes: Im Mai 2018 lagen die Kosten für konventionell gefertigte Wohngebäude um 4,1% über denen des Vorjahresmonats. Der Preisanstieg betrifft die Bauleistungen an Immobilien. Die Preissteigerungen setzten sich auch in 2018 fort: Im Mai 2018 waren die Preise für Bauleistungen durchschnittlich um 1%  höher als noch im Februar.

29.06.2018
Die ING DiBa beendet die Baufinanzierungsaktionen zu Freitag, den 29.06.2018:
– Aktion „Baufinanzierung + Gehaltskonto“ mit einem Zinsrabatt von -0,10% für DiBa-Darlehen im Neugeschäft, wenn der Kunde ein bestehendes Gehaltskonto hat oder ein neues Gehaltskonto eröffnet
– Aktion „Volltilger-Darlehen“ mit einem Zinsrabatt von -0,20% ab einer Finanzierungstranche von 100.000 € für die Zinsbindungen 15 oder 20 Jahre
es  laufen aber weitere Zins-Sonderaktionen, Infos gibt es hier.

30.05.2018
Aufgrund der politischen Krise in Italien und die Sorge um ein Auseinanderbrechen der EU-Währungsunion ist die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen, die den Bauzins direkt beeinflusst wieder gesunken. Entsprechend korrigieren auch viele Baufinanzierungsanbieter ihre Zinssätze, so z. B. die ING DiBa, die schreibt:

die Baufinanzierungskonditionen der ING-DiBa wurden aufgrund der Markt- und Wettbewerbsentwicklung ab dem 30.05.2018 angepasst:
Senkung der Konditionen um -10 bps über alle Zinsbindungen
Der Sollzinssatz für die Zwischenfinanzierung senkt sich auf 3,80% soll (3,89% eff.)